Die neue deutsche Orthografie gilt seit 1998. Die fünf Jahre haben sehr schnell gezeigt, in welchen orthografischen Bereichen wir Schwierigkeiten haben. Das hat wenig oder nichts mit der neuen Schreibung zu tun, sondern mit den sprachlichen Gegebenheiten.
Viele Schreibungen haben sich schnell etabliert, wie zum Beispiel die Unterscheidung von »ss« und »ß«. Andere Schreibungen sind immer noch gewöhnungsbedürftig wie »zurzeit«. Deshalb im Folgenden die zehn wichtigsten Problemstellen. Diese basieren aus meinen Seminar-Erfahrungen und aus zahlreichen Anfragen. Auf schwierige Einzelfälle, die kaum gebraucht werden, wurde verzichtet.
Die 10 wichtigsten Problemstellen
»Potenzial« Sie können das Wort zwar nach wie vor »Potential« schreiben. Die moderne Form schreibt sich mit »z« wie »Potenz«, »potenzieren«.
Die Wörter »der eine, die anderen, die meisten, die wenigen« (auch ähnliche Ableitungen) werden wie bisher kleingeschrieben, auch wenn ein Artikel davor steht.
Das Wort »Folgendes« wird großgeschrieben.
Es handelt sich um ein Substantiv: »das Folgende«.
In der Wendung »Das tut uns Leid« Großschreibung von »Leid« beachten.
Man muss unterscheiden »die 20-jährige Tochter« (Kleinschreibung von »jährige«) und »die 20-Jährige kommt morgen ...« (Großschreibung von »Jährige«).
Die Formen »kennen lernen« bzw. »bekannt machen« werden getrennt geschrieben (Regel: zwei Verben stehen nebeneinander).
Das Wort »zurzeit« ist ein Adverb (Umstandswort) und wird deshalb zusammengeschrieben. Es bedeutet: jetzt, gegenwärtig. Neue Abkürzungen: zz. bzw. zzt. Achtung! In der Bedeutung »zur (zu der) Zeit der Jahrhundertwende« bleibt es bei der Getrenntschreibung.
Alle Formen mit »irgend« werden zusammengeschrieben, also auch »irgendjemand« und »irgendetwas«.
Formen mit Partizipien (Mittelwörtern) werden dann getrennt geschrieben, wenn die Ursprungsform getrennt geschrieben wird.
Also: das gut gehende Geschäft, weil »gut gehen«.
Also: die Energie sparenden Maßnahmen, weil »Energie sparen«.
Die Frageeinleitung »wie viel« wird getrennt geschrieben. »Wie viel Material ...?«
Auf eine ausführliche Erläuterung und Begründung wurde aus Platzgründen verzichtet. Wenn Sie dies wünschen, schicken Sie mir eine E-Mail zu dem Problem.
Mein Angebot
Darüber hinaus bin ich natürlich immer an weiteren Fragen oder Problemstellen rund um die neue Schreibung oder den Schreibstil interessiert. Ich garantiere Ihnen eine schnelle Antwort.
Ihr
Dr. Steffen Walter
Dozent für Sprachkultur
»Zwischen zu früh und zu spät liegt immer nur ein Augenblick.« Franz Werfel
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