Traurig und sorgenvoll legt Joe Mittermann den Brief beiseite. Ein sehr guter Freund war völlig unerwartet verstorben. Nun bittet ihn dessen Familie, anlässlich der Trauerfeier auf dem Friedhof eine Rede zu halten. Eine schwere Aufgabe, der er sich weder entziehen kann noch will.
Meine Trauer-Rede-Tipps
Tipp 1: Erinnern Sie sich an den Toten
Erinnern Sie sich intensiv an den Toten und an gemeinsam Erlebtes.
Schauen Sie sich Fotos an. Lassen Sie die vergangene Zeit und die daran beteiligten Personen, vor allem Ihren Freund, wie einen Film ablaufen. Bilder setzen Gefühle frei. Werden Sie sich darüber klar, was Ihrem Freund wichtig war.
Tipp 2: Sammeln Sie Zahlen, Daten, Fakten
Sprechen Sie mit der Familie.
Sie brauchen Zahlen, Daten, Fakten und ebenfalls Erinnerungen. Fragen Sie nach:
Worauf legt die Familie Wert legt?
Was muss unbedingt erwähnt werden?
Klären Sie, in welcher Rolle Sie sprechen sollen:
als Trauer-Redner oder als trauernder Freund des Verstorbenen.
Tipp 3: Schaffen Sie Klarheit
Klären Sie Ihr Verhältnis zu dem Verblichenen.
Was hat er Ihnen bedeutet?
Warum schätzten Sie ihn?
Welcher Verlust ist für Sie entstanden?
Geben Sie Ihren Gefühlen Raum. Betrachten Sie auch die Beziehungen der anderen (Verwandte, Bekannte, Kollegen) zu dem Dahingegangen nach diesen Fragen.
Tipp 4: Planen Sie das Rede-Konzept
Konzipieren Sie Ihre Rede zunächst in Mind-Map- oder Karteikarten-Form.
Das heißt zum Beispiel:
ein Redegedanke = eine Karteikarte A 6.
Ordnen Sie Ihre so festgehaltenen Stichworte. Sie können natürlich auch alles im Stile einer Manuskriptrede ausformulieren. Dann denken Sie bitte daran, dass Sie den Vortrag proben.
Tipp 5: Sprechen Sie die Hinterbliebenen an
Die Trauerrede beginnt mit der differenzierten Anrede der Hinterbliebenen.
Beachten Sie »familienprotokollarische« Wünsche. Verwandtschaftsbeziehungen verdienen durchaus ihre Nennung, ergeben sich damit doch wiederum Anküpfungspunkte zur Würdigung des Verstorbenen.
Tipp 6: Machen Sie sich Gedanken zum Rede-Thema
Neben der Charakterisierung des Verstorbenen können Sie Gedanken zum Sterben und zum Tod überhaupt äußern.
Diese Punkte beschäftigen uns in solchen Stunden besonders.
Welche Gestalt nimmt der Tod an und
wie kommt er zu uns?
Eine andere Frage könnte lauten:
Was heißt Abschied nehmen und
was geschieht dabei?
Am Ende der Rede steht die Ehrerbietung für den Toten.
Tipp 7: Zeigen Sie Ihre Gefühle
Und scheuen Sie sich nicht, wenn die Situation sehr stark auf Sie einwirkt, Ihre Gefühle zu zeigen, allerdings ohne aus der Fassung zu geraten.
Tipp 8: Beachten Sie die Akustik
Noch ein praktischer Hinweis:
Sollten Sie im Freien sprechen, beachten Sie die erschwerten akustischen Verhältnisse. Der Wind trägt ihr Wort fort.
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