Ein Mensch kommt ans Meer. Er sieht nichts außer Salzwasser, Krokodile und Fische und sagt:
«Wo ist denn hier eine Perle?
Wahrscheinlich gibt es keine Perlen.»
Er wendet sich um und geht. Doch wie könnte er eine Perle finden, wenn er nur aufs Meer blickt? Sogar wenn er hunderttausend Mal das Meer Tasse um Tasse ausschöpft, wird er die Perle nicht finden.
Denn sie steckt in der Tiefe in einer Muschel. Man braucht einen Taucher, um die Perle zu entdecken. Es darf aber nicht ein beliebiger Taucher sein, sondern einer, der geschickt genug ist und das Glück hat, eine Muschel mit Perle nach oben zu holen.
Unser Ziel
Das Gleichnis des persischen Dichters Djalal od-Din Rumi weißt uns darauf hin, das das Wesentliche oft für unsere Augen verborgen ist. Man muss es erst hervorholen, und das kann ein schwieriges Unterfangen sein. Was wir dafür allerdings brauchen, ist die Überzeugung, dass es in dem Meer vor uns tatsächlich eine Perle gibt - unser Ziel.
Sonst fangen wir gar nicht erst an und werden niemals das erreichen, was wir uns wünschen. Manche Ziele erreichen wir aber nicht durch eine Gewalt-Anstrengung, wir müssen uns dabei auf unser Geschick und unser Glück verlassen.
Gefunden und bearbeitet aus:
Matthias Nölke: Anekdoten, Geschichten, Metaphern
für Führungskräfte
Erschienen 2002 im Haufe Verlag
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