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Start > Artikel > Mobbing: Mobbing: Wer kann (mir) helfen?

Mobbing: Wer kann (mir) helfen?

von Jürgen W. Goldfuss

Um sich helfen lassen zu können, muss der Gemobbte zuerst einmal erkennen, ob es sich tatsächlich um einen Mobbingfall handelt. Hier beginnt bereits das Problem, genau zu erkennen: »Werde ich gemobbt oder bilde ich mir das alles nur ein?«

Hilfe durch Vertrauten

An dieser Stelle ist eine genaue Analyse des Vorgefallenen erforderlich. Hilfreich ist, die eigenen Betrachtungen und Beobachtungen mit einer Person des Vertrauens zu besprechen. Ideal, wenn es sich dabei um eine Kollegin oder einen Kollegen handelt, der oder die das berufliche Umfeld genauer beurteilen kann.

Eine andere Alternative ist eine Person des Vertrauens im privaten Bereich. Sie sollten sich als Diskussions-Partner allerdings jemanden auswählen, der Ihnen gegenüber offen und ehrlich seine Meinung äußert. Ist Ihr Gesprächs-Partner jemand, der Sie bewundert oder aus anderen Gründen keine objektive Betrachtung garantiert, dann sollten Sie sich einen anderen »Sparrings-Partner« aussuchen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass Ihr Gesprächs-Partner »aus Höflichkeit« Ihnen in Ihrer Situation nicht wehtun will und Sie unter Umständen sogar noch darin bestätigt, dass es sich um eine sehr traurige Lage handelt. Botschaften aus dem Jammertal helfen Ihnen allerdings nun gerade in einer solchen Lage nicht weiter.

Irgendwann hören Sie dann vielleicht sogar den Satz: »Du musst dich eben durchsetzen, wir haben alle unsere Probleme«. Seien Sie nicht enttäuscht, aber die Solidarität Ihres Umfeldes ist in einer solchen Situation von begrenzter Lebensdauer.

Hilfe vom Unternehmen

Im Unternehmen kommen auch Mitglieder des Betriebsrats oder des Personalrats als Gesprächspartner in Frage.
Andere Ansprechpartner könnten sein:

  • die Personalabteilung oder
  • ihr Chef.

Voraussetzung ist, dass all diese Personen nicht in Ihren »Fall« persönlich verwickelt sind.

Am Logischsten wäre es natürlich, wenn Sie das Thema direkt mit der Person besprechen könnten, die in Ihren Augen der Verursacher der Situation ist. Ergibt sich bei einem solchen Gespräch kein Lösungsansatz, dann ist die Einschaltung interner Helfer ohnehin nicht zu vermeiden.

Hilfe von Dritten

Solange der Konflikt noch innerhalb des Unternehmens gelöst werden kann, können externe Dritte vermieden werden. Wird allerdings die Stufe erreicht, in der Sie nur noch Hilfe von außen erwarten dürfen, eskaliert der Prozess - das Problem wird über die Grundstücks-Grenze des Unternehmens hinaus sichtbar.

Nun wird der Betroffene zum Auslöser von Prozessen, deren Ablauf nicht mehr planbar ist.

Und das alles nur, weil das Unternehmen mit der professionellen Handhabung einer Konflikt-Situation überfordert war.

Als externe Stellen kommen in Frage:

  • Gewerbeaufsichtsämter bzw. Arbeitsschutzämter
  • Gewerkschaften
  • Betriebseelsorge
  • Krankenkassen
  • Anwälte
  • Selbsthilfegruppen

Oft ist es allerdings hilfreich, sich bereits im Vorfeld, bevor eine Situation eskaliert, bei einer dieser Stellen über das mögliche Vorgehen zu erkundigen.

Checkliste

Was habe ich schon unternommen? oder
Wen will ich noch kontaktieren?

Anwalt
Arzt
Betriebsrat/Personalrats
direktes Ansprechen der Gegenseite
Führungskräfte
Gewerkschaft
Heilpraktiker
Krankenkasse
Personalabteilung
Psychologe
Selbsthilfegruppe
weitere eigene Ideen...

Weitere Tipps

Bei der Auswahl eines geeigneten Anwalts greifen Sie am besten auf Empfehlungen von Personen zurück, die ähnliche Situationen bereits mit anwaltlicher Hilfe gelöst haben. Denn nicht jeder Anwalt hat das nötige psychologische Feingefühl, das in Mobbing-Situationen eher gefordert ist als bei üblichen straf- oder zivilrechtlichen Auseinandersetzungen. Der Streitwert von Mobbing-Fällen war in der Vergangenheit auch selten lukrativ genug, um bei Anwälten als Top-Thema zu gelten.

Gewerkschaften beraten auch Nichtmitglieder.

Ebenso die Betriebsseelsorge, die sich nicht um die Konfession oder Nichtkonfession eines Betroffenen kümmert.

Bei Selbsthilfegruppen sollte auf die richtige »Wellenlänge« geachtet werden. Manche Gruppen vertreten etwas »eigenwillige« Thesen über das Funktionieren der Welt, bei anderen Gruppen nehmen sie unter Umständen noch einige Probleme mit nach Hause, die Ihnen vorher unbekannt waren. Die passende Selbsthilfegruppe ist unbezahlbar (im wahrsten Sinn des Wortes), denn es sollen dort nur Gedanken und nicht Geldscheine getauscht werden.

Tipp:
Weitere Information zum Thema unter:

Erfahren Sie Wissenswertes und Tipps zum Aufbau eines Mobbing-Tagebuches: »Das Mobbing-Tagebuch oder Fakten, Fakten, Fakten«


Autoren-Kontakt

Was haben Sie für Erfahrungen mit dem Thema Mobbing gemacht? Ich freue mich auf Ihre Post.

Jürgen W. Goldfuss
MTD Marketing - Training - Dokumentation
E-Mail: juergen-goldfuss@online-netzwerk-lernen.de


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