Bei der Vermeidung von Mobbing kommt den Führungskräften eine herausragende Rolle zu. Denn bei ihnen liegt die Verantwortung für das Funktionieren einer Abteilung - und für das Betriebsklima.
Viele Chefs sind allerdings mit den »weichen« Faktoren des Führungsgeschäfts überfordert. Es zeigen sich insbesondere
drei klassische Fehler der Vorgesetzten.
Fehler 1: Fehlende Wahrnehmung
Mobbing-Verhalten wird nicht erkannt oder der zum Mobbing führende Umgang untereinander wird als normal betrachtet.
Man schaut weg nach dem Motto: »Das sind doch alles erwachsene Menschen, die werden schon miteinander klarkommen. Reibereien und Unstimmigkeiten kommen halt überall im Leben vor.«
Fehler 2: Fehlende Kompetenz
Die Mobbing-Situation wird erahnt oder sogar erkannt, aber aus Angst vor einer direkten Ansprache der Beteiligten wird weggeschaut.
Der Grund: Der Chef hat nie gelernt Konflikte wahrzunehmen und zu lösen. Er kümmert sich mehr um die Arbeit als um die Menschen.
Fehler 3: Offensichtliche Absicht
Das Mobbing wird vom Chef initiiert oder sichtbar geduldet.
Persönliche Gründe können eine Rolle spielen, zum Beispiel:
Aversionen gegen den betroffenen Mitarbeiter oder
der Wille, den Mitarbeiter hinaus ekeln zu wollen.
Der Grund:
Das Einsparen einer Abfindung.
Das Vertrauen schwindet
Da sich in einem solchen Umfeld kein Mitarbeiter sicher und geborgen fühlt sollte sich ein Chef über die langfristige Auswirkung seines Verhaltens im Klaren sein. In seinem Umfeld wird sich nämlich keine vertrauensvolle Atmosphäre aufbauen, sondern ein Verschwörungsklima, das durch Misstrauen geprägt ist. Dass in einem solchen Klima keine Kreativität und keine angstfreie Kommunikation aufleben kann, liegt auf der Hand.
Das Resultat von Mobbing
Die verdeckten Kosten für das Unternehmen sind immens. Die Wettbewerbsfähigkeit und Überlebensfähigkeit solcher Strukturen kann zu Recht bezweifelt werden.
Chefs, die Mobbing in ihrer Abteilung zulassen, gehen auch ein juristisches Risiko ein:
sie verletzen ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Anvertrauten und
sie können im Ernstfall nicht nur vom Opfer zur Kasse gebeten werden - sondern auch von ihren nächsten Vorgesetzten bzw. der Geschäftsleitung.
Sollte Mobbing allerdings von oben geduldet oder gewollt sein, dann kann sich der Chef schon einmal darauf vorbereiten, dass er wie bei dem Spiel »Die Reise nach Jerusalem« bald selbst ohne Stuhl dastehen wird.
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