Professionelles delegieren - jede Führungskraft sollte es beherrschen. Anspruch und Realität klaffen jedoch weit auseinander. Lesen Sie, warum trotz Fragen und Bedenken heute kein Weg mehr daran vorbei führt.
Alltag einer Führungskraft heute:
zu viel zu tun
der Tag ist zu kurz
Deshalb verlängert sie den Arbeitstag in den Abend hinein. Der Samstag wird zum Normal Arbeitstag. Bald gehört der Sonntag auch noch dem Büro.
Wie lässt sich der Trend stoppen?
Die Lösung: delegieren. Etwas zu delegieren heißt Arbeit an einen anderen abzugeben.
Warum sollte man das tun?
Ganz einfach. Um die Hände und den Kopf frei zu haben für andere Aufgaben. Aufgaben, die wichtiger sind, für die man tatsächlich bezahlt wird. Durch das Delegieren von Tätigkeiten entlastet man seinen Zeit-Haushalt und ermöglicht anderen, sich selbst weiterzuentwickeln. Delegieren wird häufig missverstanden im Sinne von:
unliebsame Arbeit abzuschieben an andere.
»Er kann gut delegieren« gilt in Zeugnissen eher als anrüchig.
Das wichtigste Werkzeug eines Chefs
Dabei ist das Delegieren ist eines der wichtigsten Werkzeuge eines Chefs. Denn er wird nicht dafür bezahlt, dass er die Arbeit erledigt, sondern dafür, dass die Arbeit erledigt wird. Oft stellt ein solches »Umdenken« ein großes Problem für Fachvorgesetzte dar, die sich nicht von ihrer ursprünglichen Fach Tätigkeit lösen können.
Wer als Chef über zu viel Arbeit klagt, sollte einmal seinen Arbeitstag genau analysieren und festhalten, wie viel Zeit er für Tätigkeiten aufbringt, die andere Mitarbeiter erledigen könnten - oft besser, meist schneller, aber fast immer billiger.
Chance zur Verbesserung
Delegieren zwingt auch dazu, sich Arbeitsabläufe in der Abteilung genauer anzuschauen. Dabei fallen viele Punkte auf, die anders, also besser, organisiert werden könnten.
Delegieren heißt auch, von den Mitarbeitern mehr zu fordern. Das bedeutet gleichzeitig, die Mitarbeiter zu fördern - vorausgesetzt, Sie werden dabei nicht überfordert. Deshalb muss ein Chef sich vor dem Delegieren Gedanken machen über den Wissensstand und die Leistungsbereitschaft seiner Mitarbeiter.
Bedenken gegen das Delegieren
Nun gibt es einige mehr oder minder offen ausgesprochene Bedenken, die gegen das Delegieren zu sprechen scheinen:
Wenn ich es selbst mache,
kann ich sicher sein, dass es richtig gemacht wird.
Meine Mitarbeiter haben keine Zeit.
Mein Chef, meine Kollegen oder
meine Mitarbeiter denken sonst, ich wäre faul.
Bis ich erklärt habe, was zu tun es,
habe ich es bereits selbst erledigt.
Was passiert, wenn etwas schief geht?
Das alles sind legitime Fragen und Bedenken. Trotzdem sollten Sie delegieren. Selbst wenn Sie pro Woche nur eine Stunde Zeit einsparen haben Sie im Jahr eine zusätzliche Woche gewonnen - ohne Mehrarbeit.
Vertrauen ist Voraussetzung
Delegieren setzt aber voraus, dass Sie Vertrauen in andere Menschen besitzen. Ansonsten werden Sie nie loslassen können, sondern mit Skepsis oder sogar Misstrauen die Tätigkeit Ihrer Mitarbeiter überwachen.
Mancher hat Bedenken, dass er durch Abgabe von Tätigkeiten im Unternehmen eher entbehrlich und ersetzbar wird. Dieses Denken stammt noch aus einer Zeit in der man »Herrschaftswissen« bunkern und dadurch einen Wissensvorsprung auf längere Zeit behalten konnte.
Schlussfolgerungen
Im Zeitalter moderner Kommunikationsmittel ist solches Denken kontraproduktiv. Die Halbwertszeit des Wissens sinkt ständig. Firmen können nur durch regelmäßigen Informations-Austausch überleben. »Informations-Dinosaurier« in Chef-Positionen kann sich kein Unternehmen heute mehr leisten, wenn es überleben will.
Delegieren setzt also auch eine entsprechende zukunftsorientierte Denkhaltung in den Unternehmen voraus. Hier ist jeder Mitarbeiter gefordert, seinen Teil beizutragen.
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