Als Führungskraft wollen Sie Ihr Ziel erreichen. Nehmen Sie sich ein wenig zurück. Sie schaffen mehr Motivation und Vertrauen bei Ihren Mitarbeitern und haben obendrein Erfolg.
Viele Vorgesetzte haben ein sehr menschliches Problem. Es fällt ihnen schwer, sich zurückzuhalten und sich nicht einzumischen. Eine Führungskraft hat es da mitunter besonders schwer. Ihr kribbelt es buchstäblich in den Fingern, wenn sie einem Mitarbeiter zusieht, der auf eine gänzlich andere Art und Weise an ein Problem herangeht.
Der effektive Weg zum Ziel
Jeder Mitarbeiter hat seinen eigenen Arbeitsstil. Er hat seine eigenen Vorstellungen, wie ein Ziel erreicht werden kann. Deshalb weisen bei einem Projekt auch meist mehrere Wege zum Ziel.
Welcher aber ist der Richtige?
Derjenige, der am effektivsten zum Ziel führt.
Zurückhaltung ist gefragt
Wenn Sie mit dem Taxi zu Bahnhof fahren wollen, nennen Sie dem Fahrer das Ziel (ggf. vielleicht noch Zeit oder Preis). Sie beschreiben ihm jedoch selten den Weg.
Sie werden nun auch Ihre Mitarbeiter den Weg zum Ziel alleine finden lassen (müssen). Schauen Sie Ihren Mitarbeitern nicht permanent über die Schulter. Halten Sie Ihre Verbesserungs-Vorschläge sowie Ihre Meinung etwas zurück. So delegieren Sie erfolgreicher.
Das Gegenteil von »Gut« ist »Gut gemeint«
Sicher meinen Sie es gut. Vielleicht aber wissen Sie: das Gegenteil von gut ist nicht »schlecht«, sondern »gut gemeint«. Gerade ehrgeizige Mitarbeiter können es nicht ausstehen, wenn sie bei ihrer Arbeit »bemuttert« werden.
Sie haben einen Auftrag erteilt. Also lassen Sie nun los. Prüfen Sie den Fortgang nur zu den vereinbarten Zeitpunkten. Sie erinnern sich: Sie haben ein Ziel genannt. Sie haben Mess-Latten festgelegt. Und nun beschäftigen Sie sich mit anderen Dingen.
Sie haben doch delegiert, oder?
Wenn Sie die Meilensteine richtig verteilt haben, zahlt sich das jetzt aus. An diesen Punkten wird gemeinsam der Fortschritt der Arbeiten besprochen. Ein Soll/Ist-Vergleich wird durchgeführt. Bei erfahrenen Mitarbeitern werden die Zeiträume weitmaschiger sein als bei »Anfängern« im Delegations-Geschäft. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter ausreichend über die Bedeutung der Aufgabe. Dann sind Ihre eventuellen Bedenken meist unbegründet.
4 Stufen beim Delegieren
Falls Sie unsicher sind, ob der Delegations-Prozess wie geplant abläuft, können Sie stufenweise mit dem Delegieren beginnen. Es stehen Ihnen vier Stufen zur Verfügung:
Der Mitarbeiter arbeitet Schritt für Schritt nur auf Anordnung. Seine Entscheidungsbefugnisse sind stark eingeschränkt.
Der Mitarbeiter muss sich vor jedem Schritt Ihr OK einholen.
Der Mitarbeiter muss regelmäßig Bericht erstatten.
Der Mitarbeiter arbeitet eigenverantwortlich.
Nur der Erfolg zählt.
Auf der letzten Stufe haben Sie die Höchstform des Delegierens erreicht, Sie müssen sich tatsächlich nicht mehr um die Details kümmern.
An wen aber sollten Sie delegieren?
Welcher Mitarbeiter ist geeignet,
eine Aufgabe zu erledigen?
Der zusätzliche Motivations-Schub
Am Sichersten ist die Vergabe einer Auftrags an denjenigen, der die Aufgabe schon immer erledigte. (Da weiß man, was man hat.) Übergeben Sie Projekte aber auch an Mitarbeiter, die noch nicht so fit sind. Das verbreitert die Fähigkeiten der Abteilung erheblich. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Motivations-Schub. Ein Mitarbeiter stellt fest, dass Sie ihm die Aufgabe zutrauen. Er fühlt sich bestätigt.
Aber bitte, zeigen Sie auch Ihr Vertrauen deutlich. »Ich will mal sehen, ob Sie das schaffen.« sendet eine andere Botschaft aus als »Ich bin mir sicher, dass Sie das schaffen«.
Schlussfolgerung
Nur wer gefordert wird, erhält die Chance, besser zu werden!
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