Professionelles Delegieren bietet viele Chancen. Sowohl eine Führungskraft als auch das gesamte Unternehmen können vom Delegieren profitieren. Vor allem, wenn bisher unregelmäßig vom Instrument Delegieren Gebrauch gemacht wurde.
Was sind aber die Vorteile, die sich durch das Delegieren für jeden Chef ergeben?
Mehr Verantwortung - mehr Freiheit
Zuerst erhalten die Mitarbeiter neue Freiheitsgrade und gleichzeitig mehr Verantwortung. Dadurch steigt automatisch das Verantwortungs-Bewusstsein der Mitarbeiter (ganz wichtig für diejenigen, die bisher nie mit Verantwortung »belastet« wurden).
Mehr Wissen - mehr Erfahrung
Weiterhin wächst der Wissensstand und die Erfahrung der Mitarbeiter, der gesamten Abteilung. Lernen funktioniert nur durch praktisches Tun.
Für den Chef ergeben sich neue Freiräume: Die Führungskraft erhält mehr Zeit um sich mit wichtigeren Aufgaben zu beschäftigen. Sie wird gezwungen, eine exakte Prioritäten-Liste zu erstellen: es kann nicht alles gleich wichtig sein, auch wenn es auf den ersten Moment so scheinen mag.
Mehr Krisen-Stabilität
Durch die gewonnene »Freizeit« lassen sich zukünftige Krisen-Situationen leichter vorher denken. Lösungs-Alternativen lassen sich nun ohne Zeit-Druck entwickeln.
Weniger Stress - bessere Koordination
Dadurch dass die Arbeit und Verantwortung für einzelne Projekte auf mehrere Personen verteilt wird, entsteht weniger Stress bei der Führungskraft. Personal-Ausfälle und unvorhergesehene Situationen verursachen keine Panik Stimmung mehr. Last not least: Die Führungskraft kann sich im Urlaub in Ruhe regenerieren denn »die Abteilung läuft«.
Mehr Know-how - mehr Potenzial
Wenn alle mehr Neues am Arbeitsplatz erledigen steigt automatisch das Know-how Potenzial im Unternehmen. Das alles funktioniert aber nur, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind:
Dem Mitarbeiter muss ausreichend Zeit für die Aufgabe zur Verfügung stehen.
Dem Mitarbeiter müssen Unterstützung und alle erforderlichen Hilfsmittel gewährt werden.
Gerade beim ersten Punkt sind Probleme vorprogrammiert. Wenn dem Mitarbeiter Arbeiten zusätzlich aufgehalst werden, ohne den entsprechenden Zeit-Rahmen zu berücksichtigen. Die Auslastung der Abteilung (und auch die Notwendigkeit mancher Arbeiten) ist also regelmäßig zu überprüfen.
Delegieren erzwingt bessere Organisation
Delegieren zwingt zur besseren Organisation von Abläufen. Am Anfang können durchaus (heftige?) Diskussionen in der Abteilung ausgelöst werden, wenn Delegieren für die Beteiligten etwas Neues ist. Wie bei jeder Änderung im gewohnten Tagesablauf ist nicht nur mit Begeisterung bei den »Auftragnehmern« zu erwarten. Gerade deshalb ist es dann wichtig, allen Beteiligten die Vorteile für alle Betroffene aufzuzeigen, vor allem dann, wenn die Änderungen erst nach einer Anlaufzeit erkennbar sein werden.
Delegieren heißt Loslassen
Delegieren heißt abgeben, loslassen. Genau das wird von der Führungskraft nun erwartet, los lassen, abgeben. Bei »unangenehmen« Aufgaben wird das Abgeben leichter fallen.
Schwerer wird es bei den Tätigkeiten, die vom Chef selbst gerne ausgeführt werden, die eher zu seinen beruflichen Hobbies zählen. Jetzt zeigt sich, ob der Wille zum Delegieren ernsthaft vorhanden ist, oder man nur einmal »probieren« wollte, ob so etwas in der eigenen Abteilung funktioniert.
Schlussfolgerungen
Delegieren ist also auch ein Härte-Test für die Willensstärke einer Führungskraft. Es ist die Chance, seinen eigenen Führungsstil zu optimieren, zukunftssicher zu machen.
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