Coaching und Führung

Eine häufig diskutierte Frage in der Praxis:
Kann einen Führungskraft auch die Rolle des Coaches übernehmen?
Ich bin der Meinung, dass das zumindest eine sehr große Herausforderung ist, sowohl für die Führungskraft als Coach - als auch für den Mitarbeiter als Coachee. Hier baut sich ein Spannungsfeld auf, das nur mit sehr klaren Absprachen und in einer entsprechenden Organisationskultur lösbar ist.
Schauen wir uns die Rollenverteilung an:
- Ist die Führungskraft Teil des Systems, in dem sich auch der Coachee befindet.
- Die exponierte Position (Rolle) des Coaches ist aber gerade seine Sichtweise von außen!
- Die Kompetenzen der Führungskraft und des Coaches sind in wichtigen Bereichen unterschiedlich.
- Anforderungen im Alltag an den Coach oder die Führungskraft sind unterschiedlich.

In der Tabelle ist diese Gegenüberstellung Führungskraft / Coach und Mitarbeiter / Coachee zusammengefaßt.
Gibt es einen coachenden Führungsstil?
Diese Frage kann man relativ sicher mit "JA" beantworten. Es ist durchaus praktikabel in den Führungsstil Elemente des Coachings einzubauen. Letztlich werden diese sowieso eingesetzt, z. B. wenn Mitarbeiter rasch eingearbeitet werden sollen.
Mein Fazit ist, dass es sicher besser ist, zur persönlichen Entwicklung von Mitarbeitern einer Führungskraft, einen externen Coach zu beauftragen.
Darüber hinaus kann es nur von Vorteil sein, wenn eine Führungskraft sich auch mit den Grundlagen des Coachings befaßt.
26.05.2002 | Rubrik: Coaching