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Start > Bücher/CDs > Alle Bücher > Die sieben Wege zur EffektivitätStephen R. Covey: Die sieben Wege zur Effektivität. Ein Konzept zur Meisterung Ihres beruflichen und privaten Lebens»Wenn ich manchmal bedenke, LeseprobeVon innen nach außen Es gibt in dieser Welt keine wirklich herausragende Leistung, die von der richtigen Lebensweise zu trennen wäre. David Starr Jordan In den mehr als 25 Jahren, die ich mit Menschen im Geschäftsleben, an der Universität und in der Ehe- und Familientherapie gearbeitet habe, bin ich vielen Leuten begegnet, die unglaublich großen Erfolg erreicht, aber mit einem ungestillten Hunger zu kämpfen hatten. Sie äußerten ein tiefes Bedürfnis nach persönlicher Stimmigkeit, Effektivität und tieferen Beziehungen zu anderen Menschen. Ich vermute, dass Ihnen einige dieser Probleme vertraut sind. Ich habe meine Karriereziele erreicht und bin beruflich enorm erfolgreich. Aber das hat mich mein persönliches und mein Familienleben gekostet. Ich kenne meine Frau und meine Kinder gar nicht mehr. Ich bin mir nicht mal sicher, dass ich mich selbst kenne und weiß, was mir wirklich wichtig ist. Ich habe mich fragen müssen, ob es das wirklich wert ist. Ich habe schon an so vielen Kursen über effektives Management-Training teilgenommen. Ich erwarte von meinen Angestellten eine Menge und ich arbeite hart daran, freundlich zu ihnen zu sein und sie richtig zu behandeln. Aber ich spüre bei ihnen keine Loyalität. Wenn ich einen Tag krank zu Hause bleiben müsste, würden sie wahrscheinlich die meiste Zeit plaudernd auf dem Gang stehen. Wieso kann ich sie nicht dahin bringen, unabhängig und verantwortungsbewusst zu sein - oder Angestellte finden, die sich so verhalten? Mein minderjähriger Sohn ist aufsässig, außerdem nimmt er Drogen. Was ich auch versuche, er hört mir einfach nicht zu. Was kann ich tun? Es gibt so viel zu tun. Und nie genug Zeit. Ich fühle mich dauernd unter Druck und gehetzt, jeden Tag, siebenmal die Woche. Ich habe deswegen schon Seminare für Zeitplanung besucht, und ich habe ein halbes Dutzend verschiedener Planungssysteme ausprobiert. Sie haben ein bisschen geholfen, aber ich habe noch lange nicht das Gefühl, das glückliche, produktive, friedvolle Leben zu führen, das ich mir wünsche. Ich möchte meine Kinder den Wert von Arbeit lehren. Aber wenn ich sie dazu kriegen will, irgendetwas zu tun, muss ich jeden Schritt überwachen ... und mir dabei ihre Vorwürfe gefallen lassen. Es ist so viel einfacher, es selbst zu machen. Warum können Kinder bloß ihre Arbeit nicht mit Freude und ohne Ermahnungen erledigen? Ich bin wirklich sehr, sehr beschäftigt. Aber manchmal frage ich mich, ob das, was ich tue, auf lange Sicht irgendeine Rolle spielen wird. Ich würde wirklich gern glauben, dass mein Leben irgendeinen Sinn hat, dass sich durch mich etwas verändert hat. Ich sehe meine Freunde und Verwandten einen gewissen Erfolg erreichen oder Anerkennung finden, und ich lächle und gratuliere ihnen enthusiastisch. Aber innerlich nagt es an mir. Warum habe ich solche Gefühle? Ich habe eine starke Persönlichkeit. Ich weiß, dass ich fast immer die Kontrolle über den Verlauf der Dinge habe. Meistens kann ich andere sogar so beeinflussen, dass sie genau zu der Lösung kommen, die ich will. Ich durchdenke jede Situation genau, und ich habe wirklich das Gefühl, dass meine Ideen meistens für alle am besten sind. Aber ich bin unruhig. Ich frage mich immer, was andere Leute wirklich von mir und meinen Ideen halten. Aus meiner Ehe ist die Luft raus. Wir streiten uns nicht oder so. Wir lieben uns einfach nicht mehr. Wir waren schon in der Beratung. Wir haben schon vieles probiert, aber wir können das Gefühl, das wir einmal füreinander hatten, anscheinend nicht wieder beleben. Das sind tiefe, schmerzhafte Probleme - Probleme, für die es keine Patentlösungen gibt. Vor ein paar Jahren haben meine Frau Sandra und ich mit einer Frage dieser Art zu kämpfen gehabt. Einer unserer Söhne machte eine sehr schwere Zeit in der Schule durch. Seine Leistungen waren schwach; er verstand bei den Tests nicht einmal die Anweisungen, geschweige denn, dass er die Aufgaben hätte bewältigen können. Hinsichtlich seines Verhaltens war er noch recht unreif, was seine Verwandten und Freunde oft in Verlegenheit brachte. Er war klein, dünn und unsportlich. Seine Bewegungen waren unkoordiniert, und beim Baseballspielen holte er schon zum Schlag aus, bevor der Ball überhaupt losgeflogen war. Die anderen Kinder lachten ihn aus. Sandra und ich mühten uns verzweifelt, ihm zu helfen. Wenn denn »Erfolg« in irgendeinem Bereich des Lebens wichtig sein sollte, dann hofften wir, ihn besonders in unserer Rolle als Eltern zu finden. Also arbeiteten wir an unseren Einstellungen und unserem Verhalten ihm gegenüber und versuchten, ihn ebenfalls zu beeinflussen. Wir versuchten es mit der Technik des positiven Denkens, um ihn aufzubauen. »Komm, Junge, du schaffst das! Wir wissen, dass du's kannst. Pack den Schläger ein bisschen weiter oben und behalte den Ball im Auge. Hol nicht aus, bis er ganz nah ist.« Und wenn er es dann ein bisschen besser machte, bemühten wir uns eifrig, ihn weiter zu bestärken: »Gut, Sohn, mach weiter so.« Wenn andere lachten, ermahnten wir sie. »Lasst ihn doch in Ruhe. Er lernt es gerade erst.« Und unser Sohn weinte und bestand darauf, dass er nie gut werden würde und Baseball ohnehin nicht leiden könne. Nichts von dem, was wir taten, schien zu helfen, und wir machten uns ernsthafte Sorgen. Wir konnten mit ansehen, welche Wirkung das alles auf sein Selbstwertgefühl hatte. Wir versuchten uns ermutigend, hilfreich und positiv zu verhalten, aber nach vielen Fehlschlägen gaben wir schließlich auf und begannen uns die Situation aus einer anderen Perspektive anzuschauen. In dieser Zeit hatte ich beruflich mit der Förderung von Führungsqualitäten für verschiedene Kunden im ganzen Land zu tun. In dieser Eigenschaft bereitete ich für die Teilnehmer des Programms für Führungskräfte bei IBM zweimonatige Seminare zum Thema »Kommunikation und Wahrnehmung« vor. Im Zuge der damit einhergehenden Recherchen und Ausarbeitungen begann ich mich immer mehr dafür zu interessieren, wie Wahrnehmung geformt wird, wie sie unsere Art, etwas zu sehen, beeinflusst, und wie unsere Sichtweise wiederum unser Verhalten bestimmt. Dies führte dazu, dass ich mich mit der Theorie der Erwartungen und sich selbst erfüllenden Prophezeiungen, dem so genannten »Pygmalion-Effekt«, beschäftigte und erkannte, in welchen Tiefen unsere Wahrnehmungen verankert sind. Ich lernte dadurch, dass wir auch die Brille betrachten müssen, durch die wir die Welt sehen, weil diese unsere Interpretation der Welt bestimmt. Als Sandra und ich die Konzepte, die ich bei IBM lehrte, mit unserer eigenen Situation verglichen, begannen wir zu erkennen, dass die Art, wie wir uns gegenüber unserem Sohn verhielten, nicht in Einklang damit stand, wie wir ihn wirklich sahen. Als wir ernsthaft unsere tiefsten Gefühle untersuchten, erkannten wir, dass wir ihn für grundlegend unzulänglich hielten, irgendwie »zurückgeblieben«. Unsere Bemühungen waren deswegen wirkungslos, weil wir ihm ganz unabhängig davon, wie sehr wir an unseren Einstellungen und Verhaltensweisen arbeiteten, in Wahrheit vermittelten: »Du bist unfähig. Du musst beschützt werden.« Wir begannen zu erkennen, dass wir uns selbst würden ändern müssen, wenn wir die Situation verändern wollten. Und um uns selbst effektiv zu verändern, mussten wir zunächst unsere Wahrnehmungen ändern.
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